Aufgrund der Diskussionen in der vergangenen Woche um meine
Beiratstätigkeit bei der Firma Wolff & Müller habe ich heute dem
Unternehmen mitgeteilt, dass ich mit sofortiger Wirkung aus dem Beirat
ausscheide.
Ich bedauere dies, weil ich die Firma Wolff & Müller als
familiengeführtes, mittelständisches Stuttgarter Unternehmen schätze, und
ich auch in meiner Funktion als Wirtschaftsbürgermeister einen Austausch
zwischen Wirtschaft und Politik grundsätzlich für sinnvoll erachte.
Ich halte diesen Schritt jedoch für notwendig, um jedweden Anschein zu
vermeiden, dass ich in meinem Amt als Bürgermeister in irgendeiner Weise in
einen Interessenkonflikt geraten könnte.
Die Rechtsauffassung des Haupt- und Personalamtes, wonach durch die Neben-
tätigkeit meine dienstlichen Interessen beeinträchtigt sind, teile ich
ausdrücklich nicht. Das Haupt- und Personalamt leitet aus meinem
Ausscheiden aus dem Vergabeausschuss beim städtischen Wohnungsunternehmen
SWSG eine Einschränkung meiner dienstlichen Aufgabenwahrnehmung ab. Dabei
wird übersehen, dass weder der Gesellschaftsvertrag der SWSG noch die
Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat der SWSG festlegen, dass der
Aufsichtsratsvorsitzende überhaupt Mitglied, geschweige denn Vorsitzender
des Vergabeausschusses zu sein hat. Auch in der Vergangenheit war dies
nicht immer der Fall. Insoweit ist die Feststellung des Haupt- und
Personalamtes nicht zutreffend. Auch nach Beendigung meiner
Beiratstätigkeit bei der Firma Wolff & Müller werde ich nicht wieder im
Vergabeausschuss der SWSG tätig werden.
Die falschen Behauptungen und böswilligen Unterstellungen der Stuttgart
21-Gegner, wonach die Auftragsvergabe für den Rückbau des Nordflügels und
meine Beiratstätigkeit bei der Firma Wolff & Müller in einem Zusammenhang
stünden, weise ich nochmals als völlig haltlos zurück. Die Auftragsvergabe
ist im Wege einer europaweiten Ausschreibung durch die Deutsche Bahn AG
erfolgt, mit diesem Vorgang hatte ich nichts zu tun.
Auch wenn zu keinem Zeitpunkt die unvoreingenommene Wahrnehmung meiner
Aufgaben als Bürgermeister der Stadt Stuttgart in Frage stand, so bedauere
ich, dass ich die politische Sensibilität einer solchen Beiratstätigkeit
nicht frühzeitig in vollem Umfang erkannt habe. Für diese von mir zu
verantwortende Fehleinschätzung entschuldige ich mich ausdrücklich.